Viel Wirbel gab es um das Internet-Startup Telebid, das 2005 mit einem sensationell neuartigen Geschäftskonzept den Markt des Social Shopping eröffnete: viele Leute geben viel Geld für nichts aus und finanzieren damit nicht nur die erträumten Schnäppchen einer Minderheit sondern direkt die Belegschaft der 40köpfigen Betreiber-Firma. Wir sprachen kurz und exklusiv mit Sofina-Chef und Swoopo-Betreiber Gunnar Piening und fragten ihn, was die wirklichen Gründe dafür waren, dass für Telebid ein neuer Name hermusste:
Swoopoo: Erst ein neuer Geschäftsführer, jetzt ein neuer Name. Ihre PR-Agentur ließen sie begründen, die Bezeichnung stehe nicht mehr für das, was das Konzept heute verkörpere. Herr Piening, was meinen Sie, wie ernst man Sie nehmen wird, wo Sie doch erst letztes Jahr in einem Interview verkündeten, der Name Telebid würde für den großen Sprung aus dem Internet ins Fernsehen stehen?

Gunnar Piening: Mich wundert, dass Sie das ansprechen. Die meisten Leute sind nämlich so vergesslich wie sie dumm sind. Aber Sie haben Recht. Tatsächlich hatten wir lange Zeit gehofft, irgendwann das Medium TV nutzen zu können um unseren Kundenkreis auszubauen.
Swoopoo: …wahrscheinlich nicht wenig nach dem Vorbild von 9Live, die ja schon jahrelang auf diesem Wege die blödsten und blauäugigsten Menschen dieses Planeten ködern.
Gunnar Piening: Nun, wenn Sie von Vorbildern sprechen, würde ich an dieser Stelle eher unseren Konkurrenten Luupo aufführen, der seit seinem Launch im Jahre 2007 so ziemlich alles richtig gemacht hat, was wir falsch gemacht haben.
Swoopoo: Was erklären würde, warum der neue Name “Swoopo” international ausgesprochen eine nicht geringfügige ähnlichkeit zu Luupo aufweist… Was die Fehler ihrerseits angeht, nehme ich an, Sie spielen auf Ihr kleines Publicity-Problem an?
Gunnar Piening: Durchaus richtig, sofern Sie unsere Auseinandersetzung mit einem meinungsfreudigen Blogger da draußen meinen. Solche Leute gehören verboten, wenn Sie mich fragen. Wo kämen wir nur hin, wenn jeder hier in diesem Land seinen Unmut kundtun dürfte, wenn es ihm nicht passt, dass ein cleverer Kopf sich mit der Dummheit der Masse eine goldene Nase verdient. Nunja, das Gericht sah das etwas anders und entschied, dass der Schmutz über unsere Firma weiterhin die Suchmaschinen dominieren darf.
Swoopoo: Schmutz, welcher Schmutz?
Gunnar Piening: Sie haben wohl noch nie nach Telebid gegoogelt, oder? Die erste Seite ist voll von aufgeregten Doofmännern, die meinen, wir würden lügen, betrügen und gehörten verboten. Hehe aber das findet ja jetzt niemand mehr, der nach “Swoopo” sucht…
Swoopoo: Na, das nenne ich perfekte Voraussetzungen für den geplanten Start in den vereinigten Staaten. Die wenigen der Dummen, die clever genug wären, vorher zu googlen auf was sie hereinfallen, werden absolut nichts finden. Bleibt nur die Frage, wie lange noch?
Wir danken für das Gespräch, Herr Piening!